Bewertungssituation des Schweizer Stromverteilnetzes

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen die positive Entwicklung der regulatorischen Anlagebewertungen seit Einführung des StromVG. 62% der Anlagenbewertungen wurden angepasst (Kap. 2), die synthetisch berechneten Anlagenrestwerte haben abgenommen (Kap. 3) und die Anlagenwerte werden vermehrt in integrierten Anlagenbuchhaltungen oder eigens konzipierten Softwarelösungen verwaltet (Kap. 5). Die Qualität der Anlagebewertungen im Sinne von Vollständigkeit, Nachweisbarkeit und Angemessenheit dürfte damit tendenziell gestiegen sein. Ob damit auch eine Verbesserung der Vergleichbarkeit einhergeht, müsste vertieft überprüft werden.

Die gut 60% VNB, welche ihre synthetischen Werte weiterhin anhand der Einheitspreise des VSE resp. des NeVal berechnen (Kap. 4), stellen allerdings die sehr positive Selbsteinschätzung der Umfrageteilnehmer zumindest teilweise in Frage (Kap. 6). So scheint eine im regulatorischen Kontext nicht untypische Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild zu bestehen. Inwiefern diese Differenz zu konkretem, weiteren Bewertungsanpassungsbedarf führt oder nicht, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Konkret hängt es davon ab, ob der einzelne VNB motiviert ist, offene Bewertungsfragen abschliessend und endgültig zu erledigen und ob die ElCom nach dem Abschluss von hängigen Bewertungsverfahren auf der Ebene des Übertragungsnetzes zunehmend auch die Bewertung der bisher nicht geprüften VNB überprüft oder nicht. Die bisherigen, primär freiwillig erfolgten und mehrheitlich nicht überprüften Bewertungsanpassungen zeigen zumindest, dass auch bei künftigen Bewertungsanpassungen im Schnitt nicht per se von Abwertungen, sondern eher von Umbewertungen auszugehen ist.

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Ich beschäftige mich hauptsächlich mit den Themen Finanzen, Regulierung, Transaktionen und Rechtsformänderungen.

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