Erste Benchmark-Ergebnisse im Rahmen der Sunshine Regulierung

Die erstmals von der ElCom erhobenen Benchmarkgrössen geben den einzelnen Netzbetreibern erste Anzeichen über ihre Kosten in Relation zu anderen Netzbetreibern. Die Aussagekraft der Benchmarkwerte ist jedoch limitiert, da die Einteilung in Vergleichsgruppen einzig auf dem Kriterium der Siedlungsdichte basiert und keine Bereinigung von „verzerrenden“ Effekten (Alter Netz, Steuerpflicht, Deckungsdifferenzeffekte etc.) bei der Erhebung der Benchmarkgrössen vorgenommen wurde. Damit werden die gesetzlichen Anforderungen, welche an Effizienzvergleiche gestellt werden, zum gegenwärtigen Zeitpunkt (noch) nicht erfüllt.

Nicht desto trotz dürften die Vergleiche für die Netzbetreiber hohe Relevanz entfalten, insbesondere wenn die geplante Veröffentlichung im Jahr 2016 effektiv (trotz fraglicher Rechtsgrundlagen) realisiert wird. Die Netzbetreiber sind trotz der oben beschriebenen Unzulänglichkeiten der Benchmarks gut beraten, die Vergleiche vertieft zu analysieren, interne Gründe für die Ergebnisse herauszuarbeiten und entsprechende Massnahmen zur Verbesserung der Datenqualität einerseits und zur Steigerung der Kosteneffizienz andererseits zu treffen. Der vorliegende Testlauf der Sunshine Regulierung dürfte erst ein erster Vorgeschmack auf die sich künftig vermehrt auf Kosteneffizienz ausrichtende Regulierung der Netzbetreiber sein.

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Erste Benchmark-Ergebnisse in der Sunshine Regulierung


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Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Regulierungsmanagement, Transaktionsbegleitung, betrieblichem Rechnungswesen und Rechtsformänderungen. Als Experte und Gutachter bin ich für Energieversorger einerseits sowie für Verbände und Behörden andererseits tätig.

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