Mitarbeiterausflug 2018 – „Back to the roots“

Auf den Gesichtern der langjährigen EVUP Mitarbeitenden macht sich jeweils eine so verklärte Nostalgie breit, wenn vom ersten Mitarbeiterausflug ins Engadin die Rede ist, dass sich ein Revival des legendären Ausflugs geradezu anbietet. Das diesjährige Motto des Ausflugs „Back to the roots“ verkündet tatsächlich eine Rückkehr an den Ort des allerersten EVUP Ausflugsgeschehens. Anders als in anderen Jahren (wir verweisen gerne auf die entsprechenden Berichte unter http://www.evupartners.ch/publikationen), ist aber weder eine Iglu- oder Hüttenübernachtung, noch ein Gipfelaufstieg geplant – „EVUP light“ sozusagen.

Am frühen Morgen des 15. März trifft man sich in freudiger Erwartung im Zug nach Samedan, wo wir um 11 Uhr ankommen. Nach einem kurzen Transfer zum 2016 vollständig neu gebauten Kraftwerk Morteratsch der Repower werden wir von Felix Vontobel, dem langjährigen  stv. CEO der Repower AG, begrüsst. Lange halten wir uns dort allerdings nicht auf, denn kaum angekommen, wird uns ein Lawinensuchgerät in die eine Hand und ein Paar Schneeschuhe in die andere Hand gedrückt. Los geht‘s mit einer „körperlich für alle leicht machbaren“ Schneeschuhtour. Ganz ohne Bewältigung von einigen Höhenmetern geht das Ganze dann doch nicht vonstatten, aber zugegebenermassen ist die Wanderung dank unseren beiden ortskundigen Bergführern Markus und Fabio, die freundlicherweise die Tour schon vorgespurt haben, insgesamt nicht viel anstrengender als ein familientauglicher Sonntagsspaziergang. So stapfen wir durch den Wald des immer noch tief im Schnee versunkenen Val Morteratsch zum Aussichtspunkt Chünetta und bis auf das Knirschen des überdimensionierten Schuhwerks und einiger gedämpfter Unterhaltungen (letztere setzen allerdings erst wieder nach der Überwindung der besagten Höhenmeter ein) ist kaum ein Laut zu hören. Nach der Rückkehr ins Kraftwerk werden wir direkt vor Ort verköstigt und dürfen uns zudem an einem feinen Glühwein aufwärmen. Währenddessen erfahren wir von Felix Vontobel in seiner weiteren Funktion als Verwaltungsratspräsident der Heli Bernina AG einige interessante Fakten über deren Gründung und Geschäftstätigkeit. Unsere beiden Bergführer entpuppen sich ebenfalls als Heli Bernina Mitarbeiter und ergänzen die informativen Ausführungen mit Anekdoten aus dem Alltag. Besonders unterhaltsam sind die Berichte über das punktgenaue Absetzen von schweren Lasten oder das Schneiden von Bäumen unter Einsatz des Helikopters, ohne dass es dabei zu Slapstick-Einlagen kommt (die in der Realität bekanntlich ja weit weniger amüsant sind als auf Youtube).

Nach der Verpflegung werden wir vom Kleinbus abgeholt und ins schöne Hotel Bellavista in Silvaplana Surlej gebracht, wo wir unsere Zimmer beziehen. Fürs Nachtessen ziehen wir dann noch einmal Richtung Sils los. Für unsere dienstjüngste Mitarbeiterin, die ihren ersten Firmenausflug mit Heimvorteil geniessen kann, ist das Ziel rasch klar: der „Kuhstall“ auf der Alp Prasüra. Zu Fuss geht‘s von der Talstation Furtschellas ca. 30 Minuten bergauf bis zur urchigen Stall-Hütte, wo im Sommer angeblich immer noch Kühe übersommern. Im penibel gereinigten Stall erinnern aber nur noch einige wenige architektonische Eigenheiten an die alljährlichen Sommergäste. Das Ambiente ist erwartungsgemäss rustikal mit langen Holztischen und vielen Schaffellen. Zahlreiche dickwandige Kerzen und Deckenleuchter sorgen für stimmungsvolles Licht. Highlight sind aber die kreativen Menüs, die nicht nur optisch etwas hermachen, sondern auch den Gaumen verwöhnen. Nicht zu Unrecht erhält der Kuhstall 13 Gault Millau Punkte. Als „Dessert“ gibt’s dann noch eine gratis Talfahrt auf Schlitten, die zu diesem Zweck reichlich beim Kuhstall bereit stehen. Gerne nehmen wir das Angebot wahr und schlitteln im Dunkeln auf dem von Laternen gesäumten und mittlerweile wieder frisch verschneiten Weg zurück zur Talstation in Sils.

Am nächsten Morgen geht die Sonne über einem mit Neuschnee überzuckerten Engadin auf und wir machen uns bestens gelaunt auf den Weg zum örtlichen Sportgeschäft, wo wir vom Verkäufer mit Skiern und von Roland Leuenberger mit Tageskarten ausgestattet werden. Ganz oben auf dem Corvatsch geniessen wir erstmal eine herrliche Aussicht bei grandiosem Wetter. Danach vergnügen wir uns auf den Pisten, die schneetechnisch im besten Zustand sind. Das schöne Wetter und die tolle Stimmung im Team verleiten sogar jahrzehntelang skiabstinente Mitarbeiter (namentlich die Autorin), es doch wieder einmal auf den Brettern zu versuchen. Diese sind ja mittlerweile einiges kürzer und tailliert (jahrzehntelang ist keine rhetorische Übertreibung) und somit gelingt der Wiedereinstieg in den Schweizer Volkssport ganz ordentlich.

Das Mittagessen nehmen wir im direkt an der Piste gelegenen Restaurant Alpetta ein. Auch dieses ist dank aufmerksamer, freundlicher Bedienung und gutem Essen sehr zu empfehlen.

Gemeinsam begeben wir uns nochmals mit der Gondel bis auf den Corvatsch und wir ahnen bereits während der Fahrt, dass uns hier nochmals eine Überraschung erwartet. Denn natürlich war das Zusammentreffen mit den Vertretern der Heli Bernina nicht ohne Hintergedanken von Roland Leuenberger arrangiert worden. Kaum sind wir auf der Aussichtsterrasse auf 3‘303 Metern über Meer angekommen, nähert sich auch schon der unverkennbare gelbe Helikopter der Heli Bernina und setzt direkt vor uns auf. Einige unserer Mitarbeiter mögen sich das Helikopterfliegen inzwischen fast schon gewohnt sein. Dennoch grinsen alle wie Honigkuchenpferde, als sie aufgeteilt in drei Gruppen, den Heli besteigen, um einen Rundflug über den Biancograt und den Piz Bernina zu unternehmen.

 

Glücklich und zufrieden treffen wir uns im Hotel Bellavista zum Abendessen, für einmal ganz in eleganter Kleidung, da noch Nightlife in St. Moritz angesagt ist. Bis dahin vergnügen wir uns in der mit dem Hotel verbundenen Jagdhütte bei einem exquisiten Nachtessen, beim „Meier“-Spiel und bei der Degustation der lokalen Spirituosenspezialität „Braulio“. Dies ist eine gute Entscheidung, da das Nachtleben im mondänen St. Moritz mit mehr Türstehern als Gästen zum Saisonende hin offensichtlich nicht existent ist (oder wir Ü40er vielleicht um Mitternacht einfach noch zu früh dran waren?). Trotz Verschiebung in eine unter den Einheimischen deutlich beliebtere Location findet der Abend dann doch ein relativ rasches Ende, was uns am nächsten Morgen zustattenkommt. So finden wir uns fast schon ausgeruht und frisch zu einem letzten gemeinsamen Zmorgen im Hotel ein und machen uns im Anschluss auf den jasstechnisch verkürzten Heimweg im Alvra-Gliederzug der Rhätischen Bahn zurück ins Unterland.

Für den fantastischen und toll vorbereiteten Ausflug danken die Mitarbeitenden dem Organisator Roland Leuenberger herzlich. Auf‘s nächste Jahr darf man gespannt sein!

 


Über den Autor
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Die Betreuung der Homepage, das Redigieren von Publikationen, die Organisation von Anlässen sowie diverse andere Aufgaben stellen eine spannende Abwechslung zu meinen typischen Office Management Aufgaben dar.

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