Mitarbeiterausflug 2020

Von Golfbällen, Teufelsbrücken und Windrädern

Dass wir dieses Jahr tatsächlich einen mehrtägigen Mitarbeiterausflug durchführen konnten, grenzt im Nachhinein betrachtet fast schon an ein kleines Wunder. Wir hatten das Glück, unser Datum auf den Spätsommer festgelegt zu haben – auf einen Zeitpunkt also, als wir uns im «Corona-Wellental» befanden. So konnten wir es tatsächlich wagen, unsern diesjährigen Ausflug – selbstverständlich unter Einhaltung der einschlägigen Verhaltens- und Hygienemassnahmen – durchzuführen.


 

Andermatt zeigte sich von seiner besten Seite, als wir am 3. September 2020 vor Ort eintrafen. Nach dem Einchecken im Hotel Radisson Blu, welches 2019 durch den ägyptischen Investor Samih Sawiris eröffnet worden war, machten wir uns auf zum Golfplatz Andermatt Swiss Alps. Auf dem Weg dorthin nahmen wir staunend die ungebrochene Bautätigkeit im Andermatt Resort mit den zahlreichen neuen (und sich noch in Planung befindenden) Apartmenthäusern zur Kenntnis. Hier entsteht nicht nur ein einfacher Hotelkomplex, sondern ein eigenständiger Ortsteil (Andermatt Reuss), sozusagen ein Gegenentwurf zum natürlich gewachsenen Dorf und ehemaligen Garnisonsort. Dass hier für den Traum eines mondänen Touristenmekkas bereits Hunderte von Millionen investiert wurden, glaubt man sofort.

Auf dem 18-Loch-Golfplatz angekommen, übten wir auf der Driving Range zunächst fleissig unseren Abschlag, bevor wir auf dem Platz zur «Tat» schreiten durften. Trotz gewissenhafter Vorbereitung verliessen wir den Platz nicht mehr ganz so jungfräulich, wie wir ihn angetroffen hatten. Aber Rasenziegel wachsen ja gelegentlich wieder an, wenn man sie nur gut genug pflegt…

Trotz einiger versenkter Golfbälle und eines Handicaps, welches hier nicht genannt werden soll, machte das Golfspielen uns allen viel Spass und so spazierten wir nach der Absolvierung des Golf-Schnupperkurses voller Elan und gut gelaunt nach Hospental, wo wir uns mit einem rustikalen Znacht verköstigten.

Am nächsten Morgen trafen wir uns in der Schöllenen zu einer Besichtigungstour. Dass die wilde Schöllenenschlucht als unpassierbar galt, glaubt man sofort, wenn man einen Blick auf die von geschliffenen Felswänden umsäumte Reuss wirft. Dennoch sollen bereits um das Jahr 1200 zwei Holzbrücken die Schlucht erschlossen haben, wodurch die Gotthardstrecke zur kürzesten Nord-Süd-Verbindung wurde. Knapp vier Jahrhunderte später gelang der Bau einer Steinbrücke, die als «Teufelsbrücke» ins kollektive Gedächtnis der Schweizer Schuljugend eingegangen ist. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Brücke gerade mal 60 Jahre lang hielt, bevor ein Unwetter (und nicht ein tobender Höllenbewohner) sie zerstörte.

Dass die beeindruckende Naturkulisse der Schöllenenschlucht zu einem spektakulären Abgang verleiten kann, zeigt das Beispiel einer russischen Operndiva mit dem klingenden Namen Zinaida Jurievskaja, deren Ableben 1927 unsere beiden Führerinnen voller Inbrunst und unter Zuhilfenahme modernster technischer Hilfsmittel nachzeichneten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Nachmittag fuhren wir mit der Gondelbahn auf den Gütsch, wo uns Markus Russi, Geschäftsführer des EW Ursern, bereits erwartete. Unter seiner fachkundigen Führung wurden wir mit den Besonderheiten der vier Windparkanlagen des EW Ursern vertraut gemacht.

Der Standort auf dem Gütsch – und dies können manche Leserinnen und Leser dieses Artikels sicher bezeugen – ist ideal für eine Windanlage, da er übers ganze Jahr «kräftig bewindet» wird. Er ist zudem bestens am Stromnetz angebunden und auch verkehrstechnisch gut erschlossen, was beim Transport so langer Bauelemente eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Die Vorstellung, wie sich ein Langtransporter die Serpentinen raufquält und in den Kehrtwenden die Last aufrichten muss, übt eine ganz eigene Faszination aus.

Nach einem gemütlichen Abstieg zurück nach Andermatt genossen wir ein vorzügliches Nachtessen im Chedi.

Das Wellnesshotel mit gleich mehreren Gourmetrestaurants ist ein alpiner Luxustempel, dessen Architektur den Gast in verschiedener Hinsicht zu überwältigen sucht. Doch hat man sich erst mal an die überhöhten Geschosse mit den gefühlt 3 Meter hohen Türen, die extravagante Beleuchtung und die teuren Materialien gewöhnt, ist man positiv überrascht über die persönliche und unkomplizierte Betreuung durch das Personal.

So bildete das Jubiläumsnachtessen zu unserem 10-jährigen Bestehen ein gelungener Abschluss unseres Mitarbeiterausflugs, der eine schöne Abwechslung im von Absagen geprägten Coronajahr 2020 darstellte.


Über den Autor
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Die Betreuung der Homepage, das Redigieren von Publikationen, die Organisation von Anlässen sowie diverse andere Aufgaben stellen eine spannende Abwechslung zu meinen typischen Office Management Aufgaben dar.

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